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Seniorenmagazin Treptow-Köpenick 1- 6 2016

1.Wechselwirkungen zwischen Diabetes und chronischer Zahnfleischentzündung

Seit den 70 Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind die Zusammenhänge zwischen chronischen Erkrankungen und Mundhygiene wissenschaftlich belegt.

Eine chronische Zahnfleischentzündung mit ausgedehntem Knochenabbau (Zahnbettentzündung = Parodontitis) zählt heute zu den häufigsten Erkrankungen der Mundhöhle und gilt deshalb als Volkskrankheit. Dieses Wissen findet noch wenig Beachtung in der Bevölkerung und unter  Medizinern. Ebenso gilt die Diabetes als Volkskrankheit und steht mit 8 Millionen Betroffenen in Deutschland an  vorderster Stelle der chronischen Erkrankungen; Dunkelziffer nicht eingerechnet.

Die mikrobakterielle Besiedlung der Mundhöhle (hauptsächlich im Zahnbeleg = Plaque) ist die entscheidendste Ursache für eine chronische Zahnbettentzündung. Gesellt sich eine schlechte Mundhygiene dazu, beeinflusst dies den Verlauf der Diabetes und die Einstellung einer  wirkungsvollen Therapie.

Die Eintrittspforte für Bakterien ist ein geschädigtes  Zahnfleisch (Gingiva). Die Schädigung wird einerseits durch die Entzündung und andererseits durch  mechanische Verletzungen z.B. durch unsachgemäße Zahnreinigung oder durch Zahnentfernungen hervorgerufen. Bakterien gelangen auf diesem Weg in die Blutbahn. Wir sprechen dann von einer Bakteriämie. Bei gesunden Menschen ist eine Bakteriämie im Allgemeinen unproblematisch. Bei Personen mit einer verminderten Abwehr oder einer chronischen Erkrankung können pathologische Prozesse initiiert oder die Grunderkrankung negativ beeinflusst werden.

Rezidivierende (wiederkehrende)  chronische oder akute Entzündungen der Gingiva führen zu Stoffwechselveränderungen. Giftstoffe (Toxine), welche Bakterien produzieren, können die Insulinwirkung beeinträchtigen und zum Entgleisen des Blutzuckerspiegels führen.

Viele wissenschaftliche Studien aus den 90-ziger Jahren belegen positive Effekte einer guten Mundhygiene auf die Einstellung und Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei insulinpflichtigen Patienten. Der HbA1c Wert (Normalwert liegt zwischen 4,5% und 6,5%) kann um 0,4% gesenkt werden. Es gilt deshalb eine Bakteriämie zu reduzieren oder zu vermeiden. Viele Wissenschaftler bescheinigen einer guten Mundhygiene medikamentenähnliche Wirkung zu.

Der Diabetes wiederum begünstigt  ihrerseits eine Verschlechterung einer vorhandenen Parodontitis und kann ebenfalls als Ursache für diese angesehen werden. Die chronische Hyperglykämie führt zur Bildung von glykämischen Endprodukten, den sogenannten AGEs (advenced glycation endproducts). Diese Endprodukte schädigen auf Dauer die großen und kleinen Blutgefäße. Wir sprechen hier von Mirco- und Makro Angiophatien. Die Folgeerkrankungen zeigen sich an den Augen, Nieren- und Nerven. Ebenfalls zählt die Zahnbettentzündung zu den Folgeerkrankungen, denn die AGEs sind in der Gingiva und im Knochen nachgewiesen. Diabetiker haben ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis zu erkranken und der Krankheitsverlauf ist erschwert.

Mit einer guten Mundhygiene wird der Diabetesprozess positiv beeinflusst und das Risiko an Begleiterscheinungen zu erkranken, wird verringert. Zu einer guten Mundhygiene gehört der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt, eine Zahnsteinentfernung und Prophylaxbehandlungen.

Diese nennen wir Zahnärzte: Professionelle Zahnreinigung - PZR. Neben einer gründlichen Reinigung der Zähne (sichtbare und unsichtbare Plaque-Entfernung, die mit der normalen Zahnpflege nicht erreichbar ist), gehört die Politur und die anschließende Fluoridierung dazu, um die Zähne zu schützen und einer eventuellen Zahnempfindlichkeit entgegenzuwirken. Ein wesentlicher Aspekt bei der PZR ist eine individuelle Mundhygieneberatung. Diese umfasst nicht nur eine Hilfsmittelerklärung und Handhabung der unterschiedlichen Utensilien und Zahnputzerklärungen, sondern schließt auch eine Ernährungsberatung mit ein.

Die genannten Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Diabetes und Parodontitis lassen nur eine Schlussfolgerung zu: gemeinsame Aufklärung und Zusammenarbeit zwischen Diabetologen und Zahnmedizinern zum Wohl unserer Patienten.

Ein Erfolg stellt sich aber auch nur dann ein, wenn Betroffene mit Disziplin und Ausdauer ihrer Verantwortung nachkommen und nicht warten bis sich erste Schmerzen einstellen.

 

2. Chronische Zahnfleischentzündungen : Gingivitis und Parodontitis

Sowohl die Gingivitis als auch die Parodontitis sind durch Bakterien bedingte Infektionskrankheiten. Mittlerweile sprechen wir von Volkskrankheiten, da jeder Fünfte davon betroffen ist.

Eine reine  Zahnfleischentzündung nennen wir Zahnmediziner: Gingivitis. Hauptursache ist der mikrobielle Belag (auch Plaque / Biofilm genannt), der besonders  am Zahnhals lokalisiert ist. Die Gingivitis ist gekennzeichnet mit einer auffälligen Rötung und hyperplastischer, girlandenartigen Schwellung des marginalen Zahnfleischsaumes. Meist kommt es beim Zähneputzen zur Blutung. Leider wird diese missachtet und Betroffene entziehen diesen Bereich der Mundhygiene. Übler Mundgeschmack und Mundgeruch, welchen unsere Mitmenschen meist wahrnehmen, ist ein sicheres Zeichen für eine Gingivitis. Die tieferen Strukturen sind noch nicht angegriffen!  

Kommt eine ungenügende Mund-und Zahnhygiene auf Dauer hinzu wird nicht nur der Zahn (Karies) und das Zahnfleisch (Gingiva) angegriffen, sondern auch der gesamte Halteapparat = Parodontium (das Verankerungssystem der Zähne, bestehend aus Zahnfleisch, Kieferknochen und Zahnwurzeloberfläche) der Zähne. Die Entzündung schreitet nun im Untergrund „leise“ weiter  fort,  und es  bilden sich  die sogenannten Zahnfleischtaschen aus.   

In dem vorhandenen Biofilm lagern sich Mineralien aus dem Speichel an – es entsteht der harte Zahnstein. Dieser bildet einen guten Nährboden für eine weitere bakterielle Besiedlung und letztendlich wird der Kieferknochen ebenfalls angegriffen. Es kommt zum Knochenverlust. Betroffene bemerken eine Zahnlockerung und/oder eine Zahnwanderung – Lückenbildung zwischen vereinzelten Zähnen. Dieser entzündliche Zustand des gesamten Zahnhalteapparats wird in der Werbung Parodontose genannt. Da das gesamte Geschehen auf der bakteriellen Entzündung beruht, sprechen wir in Fachkreisen von einer Parodontitis. Die Symptome sind extremer als bei der Gingivitis. Spontane Blutungen des Zahnfleisches sind möglich, Schwellungen sind auffälliger und der Mundgeruch sehr unangenehm. Viele Patienten nehmen den eigenen, üblen Geruch selber wahr und sind unglücklich mit der Situation. Vermehrtes Zähneputzen bringt aber keinen nennenswerten Erfolg. Schmerzen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt, da jeder Patient eine individuelle Vorgeschichte (z.B. genetische Veranlagung) hat. Denken wir an den Diabetes, so fehlt das Empfinden eines Schmerzes. Ein katastrophaler Irrtum: Kein Schmerz – also alles OK, mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Unzählige Diabetiker sind zahnlos, da sie verspätet zum Zahnarzt gehen.

Da die Zahnbürste den Zahnstein in den  Zahnfleischtaschen nicht mehr erreicht, ist ein Zahnarztbesuch unumgänglich, wenn die Entzündung zum Stillstand kommen soll. Neben der Entfernung des oberflächlichen sichtbaren (supragingivalen) Zahnsteins (Kassenleistung) ist eine Prophylaxe  (PZR = professionelle ZahnReinigung - Privatleistung)  unbedingt  anzuraten, um auch den subgingivalen Zahnstein aus den Zahnfleischtaschen zu entfernen.

Alte, beschädigte Füllungsränder oder überstehende Kronenränder werden ebenfalls geglättet, damit keine Nischen entstehen, an denen der Plaque besonders gerne anhaftet.

Zu  einer  individuellen Beratung gehört ferner eine Aufklärung über eventuelle Auswirkungen auf den gesamten Organismus.  Wissenschaftliche  Studien belegen  den Zusammenhang der unbehandelten,

chronischen Parodontitis mit folgenden Allgemeinerkrankungen:Zu  einer  individuellen Beratung gehört ferner eine Aufklärung über eventuelle Auswirkungen auf den gesamten Organismus.  Wissenschaftliche  Studien belegen  den Zusammenhang der unbehandelten,chronischen Parodontitis mit folgenden Allgemeinerkrankungen:

Rheuma/ Arthritis

Diabetes Mellitus: 3,5 fach erhöhtes Risiko (siehe Ausgabe Nr. 2/2016)

Herz- und Gefäßerkrankungen:  Gefäßwände sind angegriffen

Schlaganfall: 4-fach erhöhtes Risiko

Frühgeburtenrisiko: 7-fach erhöhtes Risiko (wird kontrovers diskutiert)

Da die Parodontitis, wie anfänglich erwähnt, eine Infektionskrankheit ist, sollte der Partner /Partnerin immer mit behandelt werden, um eine Übertragung der schädlichen Bakterien zu vermeiden. Gerade bei Neugeborenen, Kleinkindern und älteren Menschen ist dies immens  wichtig.

Mit regelmäßigen Zahnarztkontrollen und einer guten Mundhygiene können Zähne uns ein Leben lang begleiten.  

 

3. Zähne – Kiefergelenk – Wirbelsäule – Paradigmenwechsel auch in der Zahnmedizin

Spezialisierungen gibt es nicht nur in der Medizin – auch die Zahnmedizin hat sich seit den 90er Jahren spezialisiert. Eine Wurzelkanalbehandlung erfordert ein gewisses Gespür für die „Unwegsamkeit“ im dunklen, verästelten Wurzelkanal. Das Instrumentarium ist viel aufwendiger (z.B. Arbeiten mit einem Spezialmikroskop), als es bei einer normalen Füllung, Zahnkronen-oder Prothesenherstellung benötigt wird. Diese Spezialisierung bringt somit Vorteile für die Patienten: bessere Heilungserfolge durch Routine.

Die Vorgehensweise bei einer CMD = Craniomandibuläre Dysfunktion (aus Wikipedia - ist ein Überbegriff für strukturelle, funktionelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion des Kauorgans) erfordert wiederum ein anderes Verständnis und eine andere Vorgehenswiese bei der Ursachenforschung und Behebung von Schmerzen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ~80% der Bevölkerung inzwischen eine Funktionsstörung des Kauorgans aufweisen. Diese äußert sich häufig als:Tinnitus (Ohrgeräusche), Ohrenschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Nacken-und Rückenschmerzen enden bisweilen in einem Bandscheibenvorfall. Der berühmte Tennisarm sowie Schulterschmerzen sind oft auf Störungen im Kauorgan zurückzuführen.Ursache und Wirkung (Blockade, Schmerz) sind nicht immer orts­gebunden.Sogibt es eine aufsteigende undabsteigende Symptomatik – vergleichbar mit einer langgezogenen Perlenkette.Bei der aufsteigenden Kette werden z.B. Abweichungen oder Verschiebungen der Wirbelsäule auf die Halswirbelsäule und dann auf das Kiefergelenk übertragen. Bei der absteigenden Symptomatik werden Zahnprobleme, z.B. eine zu hohe Krone oder Füllung, ein falscher Zusammenbiss (auch bei Prothesen) oder eine Zahnfehlstellung, auf das Kiefergelenk übertragen. Über die neuro-muskuläre Funktionskette werden die Symptome dann weiter auf den Nacken, die Schulter und die Wirbelsäule geleitet und werden erst hier als Schmerz wahrgenommen. Somit gehen Patienten mit Hörproblemen zunächst zum HNO-Arzt, bevor sie – häufig erst nach Jahren – beim Zahnarzt landen. Genauso verhält es sich mit Wirbelsäulenproblemen. Bei Rückenschmerzen wird erst einmal der Orthopäde aufgesucht. Entweder erhält der Patient eine schmerzlindernde Injektion oder eine spezielle Krankengymnastik, welche vorübergehend auch gute Wirkungen zeigen. Nach Wochen stellt sich dasselbe Schmerzgeschehen wieder ein –und ein Kreislauf beginnt. Wird ein sogenannter Beinlängenunterschied diagnostiziert, erhält der Patient oft eine Einlage, um den Unterschied auszugleichen.Solange aber nicht die Ursache (in vielen Fällen ein Beckenschiefstand oder Veränderung der Bisslage) erkannt und behandelt wird, befindet sich der Patient in einem Hamsterrad ohne Aussicht auf dauerhafte Schmerzfreiheit. Vielen Fachärzten sind diese Zusammenhänge noch ziemlich unbekannt, sie sehen die Schmerz­problematik aus dem eigenen (engen) Blickwinkel. Eine ganzheitliche Betrach­tungsweise findet durch die Spezialisierung oft nicht mehr statt, was schlicht ein Nachteil für die Patienten darstellt. Eine Spezialisierung ist gewiss nicht ganz zu verhindern und, wie auch schon erwähnt, sinnvoll, doch sollte jeder Fach-Arzt über den Tellerrand des eigenen Fachgebietes hinausschauen.Wir sind eben mehr als nur die Summe unserer Einzelteile.

Die Zahnmedizin hat sich darauf eingestellt. Sie hat sich in den letzten Jahren von einer rein reparierenden zu einer präventiven Zahnheilkunde entwickelt. So können Zahnärzte verschiedene Krankheits-und Schmerzzustände an Hand der Zähne (Biss, Fehlstellung, aber wie auch schon in meinen anderen Artikeln erwähnt; Zusammenhang zwischen Parodontitis und chronischen Krankheiten) erkennen. Für viele Menschen eine noch unvorstellbare Version. Mit meinen Berichten versuche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Vernetzungen, Zusammenhänge und Wechselwirkungen im Körper unter unbedingter Einbeziehung der Zahn-und Mundgesundheit verständnisvoll zu erklären und Ihnen ein Bewusstsein für Ihre Gesundheit zu vermitteln.

Zur Verdeutlichung machen Sie bitte folgenden Test: Abhängigkeit des Bisses von der Beinlänge: Stellen Sie sich gerade hin, Beine einen Fußbreit auseinander, schließen Sie ganz leicht Ihre Zähne und merken Sie sich Ihre ersten Vorkontakte (Berührungspunkte zwischen oberen und unteren Zähnen). Legen Sie dann ein Buch von ca. zehn Millimetern Stärke unter einen Fuß. Sie werden spüren, dass sich die Bisslage sofort ändert. Es gibt konkrete Hinweise, dass bei einem funktionellen Beckenschiefstand das Körpergewicht nicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt ist.

 

 

4. Geht es auch ohne Antibiotika in der Zahnmedizin?

Antibiotika sind Segen und Fluch zugleich. Bei einer schweren bakteriellen, entzündlichen Erkrankung sind wir froh, dass es sie gibt. Doch leider wurde in den letzten Jahrzehnten ein unkontrollierter Gebrauch, sowohl in der Medizin als auch in der Tierhaltung, gemacht. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein leichtfertiger Einsatz von Antibiotika zur rasanten Zunahme von multiresistenten Keimen (MRSA) geführt hat und sie deshalb im wirklichen Notfall nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen. Schon Paracelsius wusste: „Die Dosis macht das Gift“.

Auch in der Zahnmedizin werden Antibiotika angewendet. Hier könnten wir aber auf probate und natürliche Alternativen, wie ätherische Öle zurückgreifen. Alle diese ätherischen Öle besitzen eine antibakterielle Eigenschaft und viele von ihnen werden wirksam bei der Bekämpfung von Viren oder Pilzen eingesetzt. Es handelt sich um komplexe Gemische (Phenole, Terpenen, Ester,) mit deren Hilfe sich Pflanzen vor Schädlingen schützen. Die natürliche Zusammensetzung eines ätherischen Öls (bis zu 500 Wirkstoffen) ergibt die gewünschte Wirkung. Einzeln isolierte Bestandsteile daraus erreichen nicht das ersehnte Resultat. Der Vorteil der Öle gegenüber den Antibiotika besteht darin, dass sie  unterschiedliche Inhaltsstoffe haben und  somit fast keine Resistenzen entstehen können. Aus diesem Grund ist der Einsatz der Öle vielseitig. In einigen Kliniken und Senioreneinrichtungen werden  Öle (z.B. Zitrusöle) als Therapeutikum erfolgreich eingesetzt, um MRSA Keime in Schach zu halten. Auch in der Zahnmedizin finden sie mittlerweile (wieder) ihren Einsatz, aber leider mit synthetischen Beimischungen.                                           

1. Oregano - sein unverwechselbares Aroma kennen wir aus der italienischen Küche. Oregano besitzt eine antibakterielle, antivirale und fungizide (pilztötende) Wirkung und wird beim Lippenherpes und infizierten Wunden eingesetzt.

2. Rosmarin- Kartoffeln sind eine Köstlichkeit auf dem Mittagstisch. Sein ätherisches Öl kann bei Candida albicans-Mykosen (Pilzen) zum Tragen kommen.

3. Teebaumöl mit seinem antiviralen Effekt findet Anwendung in der Mundhöhle bei Aphten und auch beim Lippenherpes.

4. Zitronenöl desinfiziert nicht nur den Mund und Rachenraum, sondern kann auch als „Raum-Desinfizierer“ benutzt werden, um die Raumluft keimarm zu halten. Gerade in Erkältungszeiten ist es ein hilfreiches ÖL. Der französische Mediziner und Aromatherapeut Dr. Jean Valnet hat in  Studien nachgewiesen, dass das Öl auf verschiedene Keime eine abtötende Wirkung (binnen 2-3 Stunden) hat.

5. Melissenöl wird ebenfalls bei Herpeserkrankungen angewendet. Prof. Dr. Reichling von der Uni Heidelberg hat den Wirkmechanismus nachgewiesen: das Öl dockt sich an die Virus-Wand an und zerstört es dadurch.

6. Gewürznelkenöl  – schon Großmutter wusste, dass eine Gewürznelke bei Zahnschmerzen  hilfreich ist – der Zahnarztbesuch aber nicht erspart bleibt. In der Zahnmedizin benutzen wir seit Jahrzehnten dieses Wissen. Leider ist das Nelkenöl in Verruf gekommen - wegen vereinzelter, allergischer Reaktionen. Ich bin der Meinung, dass diese Folgen aber auf synthetische Beimischungen im Öl beruhen. Ich persönlich habe eine 1,5cm große Aphthe (Schleimhautentzündung im Mund) mit reinen Nelkenölspülungen binnen 3 Tagen in den Griff bekommen. Ich muss gestehen, dass es etwas scharf war.

7. On Guard ist eine interessante Ölmischung aus verschiedenen ätherischen Ölen (Zimt, Nelke, Eukalyptus, Orange und Rosmarin) kombiniert, die man bei oralen Abszessen, Lippenherpes, Halsschmerzen anwenden kann.

Nur zu 100% reine ätherische Öle können über Nase, Haut und Mund unbedenklich aufgenommen werden. Gelegentlich unangenehm auftretende Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Hautreizungen) beruhen meistens auf Verunreinigungen der Öle (Anbau, Verarbeitung, ungenügende Kontrollen), sowie unsachgerechter Anwendung (keine Verdünnung oder Überhitzung).

Dies ist nur ein kleiner Auszug mit unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten der ätherischen, therapeutischen Öle. In Vorträgen versuche ich das alte Wissen aus verschiedenen Kulturen im Umgang mit den Ölen  in unser Bewusstsein zu bringen und mit wissenschaftlichen Studien zu untermauern.